Rege Teilnahme an dem Online-Beteiligungsportal zur Rahmenplanung Alleestraße

Etwa sechs Wochen nach der Call-In Radiosendung im Radio RSG zur Zukunft der Alleestraße wurde die Online-Beteiligung beendet. Insgesamt haben 239 Teilnehmende die drei vorgestellten Zukunftsbilder bewertet und 329 Personen die Thesen zur aktuellen Situation auf der Alleestraße eingeschätzt.Die Planungsbüros STADTGUUT und STADTRAUMKONZEPT sowie die Stadtverwaltung Remscheid bedanken sich ausdrücklich für die Vielzahl der Anregungen und Hinweise!

Die hohe Anzahl an Rückmeldungen stellt ein Vielfaches dessen dar, was mit einer herkömmlichen Beteiligungsveranstaltung hätte erreicht werden können. Die konzeptionell neuen Wege, die bei der Bürgerbeteiligung coronabedingt beschritten werden mussten, können daher als großer Erfolg gewertet werden. 

Bei den teilnehmenden Personen handelt es sich überwiegend um Kunden und Besucher der Alleestraße (84%) und nur sehr vereinzelt um Anwohner der Alleestraße (5,5%), auf der Alleestraße Berufstätig (4,3%), Gewerbetreibende (1,5%) oder Immobilieneigentümer (2,1%).

Im Detail liegen die Meinungen durchaus auseinander. In der groben Richtung lassen sich aber Gemeinsamkeiten erkennen. Beispielsweise stimmen 80 Prozent der Teilnehmenden der Aussage zu, dass sich die Alleestraße vom Bild der reinen Einkaufsstraße lösen müsse. Stattdessen bedürfe es zur Belebung der Innenstadt neue Freizeitaktivitäten und weitere gastronomische Angebote (dem stimmen 95% zu) sowie mehr Grün im öffentlichen Straßenraum (dem stimmen 91% zu). Ebenso sagen 78% der Teilnehmenden, dass die Alleestraße als Wohnstandort gestärkt und für neue Bevölkerungsgruppen attraktiv gemacht werden müssen. Um das Erscheinungsbild dauerhaft zu verbessern, glauben 72 Pozent der Teinehmenden, dass bauliche Eingriffe in die städtebauliche Struktur bedarf. Hingegen stimmen 74 Prozent der These zu, dass die Alleestraße optimal über das vorhande Straßennetz, die Parkmöglichkeiten und das Bus-Angebot erreichbar ist.

Die beiden Büros arbeiten nun mit Hochdruck an der Auswertung der Umfrageergebnisse und deren Übertragung in ein Zielsystem und Strukturkonzept für die Alleestraße. Anschließend wird ein Rahmenplan erstellt, der konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele und des Konzeptes enthält. Dabei werden die Bürgerinnen und Bürger erneut die Möglichkeit haben, sich zu beteiligen.

Die Ergebnisse des Prozesses können voraussichtlich im nächsten Frühjahr begutachten werden, wenn die Rahmenplanung Alleestraße fertiggestellt ist. Bis dahin bleibt die Website zur weiteren Information online zugänglich. 

Kontakt:

Für Rückfragen steht Interessierten seitens der Stadtverwaltung Tobias Mader, Tel. 02191 16-2633 und E-Mail tobias.mader@remscheid.de , zur Verfügung.

Call-in-Radiosendung am Dienstag, 2. Juni 2020

Am Dienstagabend (2. Juni 2020) fand bei Radio RSG eine zweistündige Talk-Time-Spezial zum Thema "Zukunftsbilder für die Remscheider Alleestraße" statt. Chefredakteur Thorsten Kabitz begrüßte Fachdezernent Peter Heinze und Prof. Yasemin Utku vom Planungsbüro STADTGUUT im Studio und sprach mit Ihnen über die Aufgaben und Ziele der laufenden Rahmenplanung für die Remscheider Hauptgeschäftsstraße. Aufhänger für die Radiosendung ist die laufende Online-Beteiligung zur Bewertung möglicher Perspektiven für die Alleestraße.

Die beiden Fachleute erläuterten nicht nur Fragen, sondern kommentierten auch die Ideen und Meinungen von Anrufern. Ein Radiohörer sieht die Alleestraße als prädestinierten Standort für seniorengerechtes Wohnen. Diesem pflichtete Herr Heinze bei und stellte die Qualität der Alleestraße als innerstädtischen Wohnstandort aufgrund guter Anbindung und naher Versorgung heraus. Frau Prof. Utku ergänzte, dass die Alleestraße durch vielfältigere Nutzungen stabilisiert und zukunftsfähig gemacht werden könne. Auf die Frage, warum das nicht schon längst umgesetzt sei, antwortete Herr Heinze, dass die Stadt bei allem Engagement auch die privaten Akteure überzeugen müsse.

Ein anderer Anrufer verwies auf die bereits vorhandenen Wohnangebote für Senioren südlich der Alleestraße. Außerdem müsse es um ein ausgewogenes Wohnangebot für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen gehen. Senioren alleine würden nicht für eine lebendige Alleestraße sorgen können. Herr Heinze stellte klar, dass es nicht allein um Pflegeheime, sondern vielmehr um generationsübergreifende Wohnformen auch für aktive Senioren gehe.

Ein Anrufer sprach die unzureichend entwickelten Rückseiten der Gebäude an. Er erhielt Zustimmung von Frau Prof. Utku, indem sie auf die Bedeutung der atmosphärischen Wirkung der Rückseiten an den Zugängen zur Alleestraße für das Gesamterscheinungsbild der Einkaufsstraße hinwies. Hingegen sprach sie sich gegen eine baulich aufwendige Überdachung der Alleestraße aus. Gleichwohl müsse die Aufenthaltsqualität durch städtebauliche Aufwertung und neue Nutzungen gesteigert werden. Die vielfach vorhandene rückseitige Erreichbarkeit von Geschäftsräumen sei insbesondere eine Chance für Kleinhandwerk und urbane Produktion mit Werksverkauf und Showrooms an der Alleestraße.

Die Sendung zum Nachhören gibt es hier.