Viele gute Ideen für die Alleestraße - Ergebnisse der Beteiligung zum Rahmenplan am 7.11.2020

Am 7. November trafen sich rund 30 Interessierte aus der Remscheider Stadtgesellschaft im Rahmen einer Online-Beteiligung, um über die Rahmenplanung für die Alleestraße zu diskutieren.

 

 

Die von den beauftragten Büros STADTGUUT und STADTRAUMKONZEPT vorgestellten Planungsstände von Strukturkonzept und Rahmenplan wurden positiv aufgenommen und als treffend beurteilt. Anschließend wurden die vier Themenfelder Erreichbarkeit, Freiraum, Wohnen und neue Nutzungen vertiefend diskutiert. Begleitet wurde die Diskussion seitens der Stadt Remscheid von dem Beigeordneten für Stadtentwicklung, Bauen und Wirtschaftsförderung Peter Heinze und Christina Kutschaty, Fachdienstleiterin Stadtentwicklung, Verkehrs- und Bauleitplanung.

Erreichbarkeit

Im Forum Erreichbarkeit wurde über die Zugänge zur Alleestraße, z.B. vom Friedrich-Ebert-Platz, und die Einführung neuer Mobilitätsformen auf der Alleestraße diskutiert. Ein Abriss des ehemaligen Kinos, um eine neue Verbindung zum Friedrich-Ebert-Platz zu schaffen, wurde begrüßt. Dabei sollte die Engelspassage nicht vernachlässigt werden, denn auch hier bestehe großer Handlungsbedarf. Die Alleestraße sollte für Innovation stehen, als „Innovationszentrum für autonomes Fahren und neue Mobilität.“ (Elektro)Fahrräder und autonom fahrende Busse könnten hier erprobt werden. Für den Fahrradverkehr, der zunächst „zur Probe“ auf der Alleestraße eingeführt werden könnte, müsse jedoch auch Infrastruktur wie Ladestationen, Abstellanlagen und Wege geschaffen werden. Gleichzeitig wurde betont, dass die Alleestraße als sicherer Freiraum für Familien, Senioren und Kinder erhalten bleiben soll.

Freiraum

Im Forum Freiraum wurde eine Umgestaltung der Alleestraße u.a. durch die Neuschaffung von Plätzen diskutiert. Angeregt wurde, auch den Markt und die Alte Bismarckstraße einzubeziehen, da sich hier große Potenziale für Aufenthalt und Außengastronomie bieten. Es müsse mehr Aufenthaltsorte für unterschiedliche Generationen und Spielangebote für Kinder auf der Alleestraße geben. Die gut genutzten Bänke im Bereich der Sparkasse dokumentieren den Bedarf an Sitzgelegenheiten. Daneben wurden öffentliche WC Anlagen als wichtiges Ausstattungsmerkmal genannt. Ein Platz in Höhe der Wiedenhofstraße wurde begrüßt, hier sollten Aufenthaltsangebote nicht nur für ältere Bewohner angeboten werden. Ein Erhalt der Pavillons wurde von einigen Teilnehmenden kritisch gesehen, da befürchtet wurde, dass dann nicht ausreichend Raum für einen großzügigen Stadtplatz und den Fahrradverkehr verbleibe.

Neues Wohnen und Gemeinschaftsangebote

Im Forum Neues Wohnen und Gemeinschaftsangebote wurde die Entwicklung der Alleestraße als innerstädtischer Wohnort diskutiert. Es wurde vorgeschlagen, besondere Wohnformen – z.B. generationsübergreifende Wohnangebote, Wohnungen für Pendler oder Senioren - in Kombination mit passenden Serviceangeboten zu etablieren. Aus Sicht der Teilnehmenden fehlen besonders kleine und bezahlbare Wohnungen, die auf der Alleestraße realisiert werden könnten. In den Erdgeschossen seien verschiedene gemeinschaftliche Angebote denkbar. Vorgeschlagen wurden z.B. ein Reparaturcafé, eine Fahrradwerkstatt, offene Räume wie Ateliers, Nachbarschaftstreffpunkte oder Vereinsräume. Dabei sollte mit bestehenden Angeboten zusammengearbeitet werden. Die Blockinnenbereiche sollten als gemeinschaftliche Grünflächen gestaltet werden, um das Wohnumfeld aufzuwerten.

Neue Nutzungen

Im Forum neue Nutzungen diskutierten die Teilnehmenden Ideen für neue Angebote, die an der unteren Alleestraße in Leerständen etabliert werden könnten. Als Schlüsselimmobilien für neue Nutzungen wurde besonders das ehemalige Sinn Leffers Gebäude hervorgehoben. Die Idee eines Dritten Ortes als Begegnungsort für Gemeinschaft, Bildung und Kultur wurde als wichtiger Impuls für die Alleestraße eingeschätzt. Neue Nutzungsvorschläge waren unter anderem Indoor-farming, gläserne Werkstätten und interkulturelle Angebote wie gemeinsames Kochen. Themen wie Handwerk und urbane Produktion könnten die Erdgeschosse beleben. Außerdem wurde eine Juniorakademie mit beruflichen Qualifikations- und Bildungsangeboten angeregt, an der sich neue Partner wie das Jobcenter beteiligen könnten. Auf der Suche nach „Stadtmachern“, die neue Angebote auf der unteren Alleestraße anbieten könnten, wurden auch lokale Vereine und Initiativen genannte, die zum Teil auf Raumsuche sind.

Der Technische Beigeordnete Peter Heinze hob nach drei Stunden konstruktiver Diskussionen in seinem Schlusswort hervor, dass die Vielzahl der Anregungen und Hinweise wichtige Beiträge für die Weiterentwicklung der Alleestraße liefern. Er dankte allen Beteiligten, dass sie sich auf dieses neue Format der Beteiligung eingelassen haben und bekräftigte, dass er sich auf die nächsten Schritte freue.

 

Sie haben weitere Anregungen und Hinweise zum Rahmenplan? Schreiben Sie bis zum 30.11.2020 an tobias.mader@remscheid.de!


Beteiligungsveranstaltungen "Zukunft der Alleestraße" am 07.11.2020

Nachdem die Ergebnisse der Online-Beteiligung zur Situation und möglichen Perspektiven der Alleestraße ausgewertet und weitergedacht wurden, werden nun in weiteren Beteiligungsveranstaltungen mögliche Ansätze zur Diskussion gestellt. Die beauftragten Planungsbüros STADTGUUT und Stadtraumkonzept haben ein Rahmenkonzept und mögliche Maßnahmen erarbeitet, die wir mit Ihnen diskutieren und weiterentwickeln möchten.
 

Dazu bieten wir Ihnen am

Samstag, den 7. November 2020, in der Zeit von 14:00 bis 17:00 Uhr

die Gelegenheit, sich grundsätzlich über den aktuellen Stand der Planungen zur Alleestraße zu informieren und sich zu vier Themenschwerpunkten mit Ihrer Ortskenntnis und Ihren Anregungen einzubringen.

Aufgrund der aktuellen Situation werden vier Online-Foren für eine Beteiligung am Planungsprozess angeboten. 

Die moderierten Online-Foren informieren über den aktuellen Planungsstand der Rahmenplanung Alleestraße und während des ca. einstündigen Forums werden Maßnahmenideen vorgestellt und diskutiert.

Folgende Themen stehen in den Online-Foren im Mittelpunkt:

Forum 1: Zukünftige Erreichbarkeit der Alleestraße
„Wie und wo kommt man zukünftig auf die Alleestraße und wie bewegt man sich dort?“

  • Start 14:00 Uhr / 15:30 Uhr
  • die Teilnehmenden erhalten mit der Anmeldebestätigung einen Link für das gewünschte Onlineforum
  • vorherige Anmeldung unbedingt erforderlich

 
Forum 2: Zukünftige Freiräume der Alleestraße
„Wie sieht die mittlere Alleestraße zukünftig aus und was kann man dort machen?“

  • Start 14:00 Uhr / 15:30 Uhr
  • die Teilnehmenden erhalten mit der Anmeldebestätigung einen Link für das gewünschte Onlineforum
  • vorherige Anmeldung unbedingt erforderlich

 
Forum 3: Neue Nutzungen und Stadtmacher auf der Alleestraße
„Wie könnten neue freizeitbezogene Nutzungsangebote auf der unteren Alleestraße aussehen und wer bietet diese an?

  • Start 14:00 Uhr / 15:30 Uhr
  • die Teilnehmenden erhalten mit der Anmeldebestätigung einen Link für das gewünschte Onlineforum
  • vorherige Anmeldung unbedingt erforderlich

 
Forum 4: Neues Wohnen und Gemeinschaft auf der Alleestraße
„Welche neuen Wohnformen und Gemeinschaftsangebote kann es zukünftig auf der mittleren Alleestraße geben?“

  • Start 14:00 Uhr / 15:30 Uhr
  • die Teilnehmenden erhalten mit der Anmeldebestätigung einen Link für das gewünschte Onlineforum
  • vorherige Anmeldung unbedingt erforderlich

 
Die Online-Foren werden mit der Anwendung „Zoom“ durchgeführt. Eine Softwareinstallierung ist dazu nicht erforderlich. Für die Online-Foren gibt es keine Teilnehmerbeschränkung.

Die Teilnahme an einem Online-Forum ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich. (Hinweise zur Anmeldung s.u.)

ANMELDUNG

Voraussetzung für die Teilnahme an den Online-Foren ist eine vorherige Anmeldung per E-Mail oder telefonisch. Für Ihre Anmeldung benötigen wir folgende Informationen:

  • Name
  • E-Mail Adresse
  • Titel der Veranstaltung (Forum 1, Forum 2, Forum 3  oder Forum 4)
  • Startzeit der Veranstaltung (14:00 Uhr oder 15:30 Uhr)

Ihre Daten werden ausschließlich für die Anmeldemodalitäten verwendet. Sie erhalten in jedem Fall eine Teilnahmebestätigung.

Bitte melden Sie sich für jede der oben genannten Veranstaltungen an bei:

Tobias Mader
Stadt Remscheid
Fachdienst Stadtentwicklung, Verkehrs- und Bauleitplanung
Abteilung Stadtentwicklung und Rahmenplanung
Ludwigstraße 14
42853 Remscheid
Telefon: (02191) 16 - 2633
Mail: tobias.mader@remscheid.de

Anmeldeschluss ist Donnerstag, 5.11.2020


Rege Teilnahme an dem Online-Beteiligungsportal zur Rahmenplanung Alleestraße

Etwa sechs Wochen nach der Call-In Radiosendung im Radio RSG zur Zukunft der Alleestraße wurde die Online-Beteiligung beendet. Insgesamt haben 239 Teilnehmende die drei vorgestellten Zukunftsbilder bewertet und 329 Personen die Thesen zur aktuellen Situation auf der Alleestraße eingeschätzt.Die Planungsbüros STADTGUUT und STADTRAUMKONZEPT sowie die Stadtverwaltung Remscheid bedanken sich ausdrücklich für die Vielzahl der Anregungen und Hinweise!

Die hohe Anzahl an Rückmeldungen stellt ein Vielfaches dessen dar, was mit einer herkömmlichen Beteiligungsveranstaltung hätte erreicht werden können. Die konzeptionell neuen Wege, die bei der Bürgerbeteiligung coronabedingt beschritten werden mussten, können daher als großer Erfolg gewertet werden. 

Bei den teilnehmenden Personen handelt es sich überwiegend um Kunden und Besucher der Alleestraße (84%) und nur sehr vereinzelt um Anwohner der Alleestraße (5,5%), auf der Alleestraße Berufstätig (4,3%), Gewerbetreibende (1,5%) oder Immobilieneigentümer (2,1%).

Im Detail liegen die Meinungen durchaus auseinander. In der groben Richtung lassen sich aber Gemeinsamkeiten erkennen. Beispielsweise stimmen 80 Prozent der Teilnehmenden der Aussage zu, dass sich die Alleestraße vom Bild der reinen Einkaufsstraße lösen müsse. Stattdessen bedürfe es zur Belebung der Innenstadt neue Freizeitaktivitäten und weitere gastronomische Angebote (dem stimmen 95% zu) sowie mehr Grün im öffentlichen Straßenraum (dem stimmen 91% zu). Ebenso sagen 78% der Teilnehmenden, dass die Alleestraße als Wohnstandort gestärkt und für neue Bevölkerungsgruppen attraktiv gemacht werden müssen. Um das Erscheinungsbild dauerhaft zu verbessern, glauben 72 Pozent der Teinehmenden, dass bauliche Eingriffe in die städtebauliche Struktur bedarf. Hingegen stimmen 74 Prozent der These zu, dass die Alleestraße optimal über das vorhande Straßennetz, die Parkmöglichkeiten und das Bus-Angebot erreichbar ist.

Die beiden Büros arbeiten nun mit Hochdruck an der Auswertung der Umfrageergebnisse und deren Übertragung in ein Zielsystem und Strukturkonzept für die Alleestraße. Anschließend wird ein Rahmenplan erstellt, der konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele und des Konzeptes enthält. Dabei werden die Bürgerinnen und Bürger erneut die Möglichkeit haben, sich zu beteiligen.

Die Ergebnisse des Prozesses können voraussichtlich im nächsten Frühjahr begutachten werden, wenn die Rahmenplanung Alleestraße fertiggestellt ist. Bis dahin bleibt die Website zur weiteren Information online zugänglich. 

Kontakt:

Für Rückfragen steht Interessierten seitens der Stadtverwaltung Tobias Mader, Tel. 02191 16-2633 und E-Mail tobias.mader@remscheid.de , zur Verfügung.

Call-in-Radiosendung am Dienstag, 2. Juni 2020

Am Dienstagabend (2. Juni 2020) fand bei Radio RSG eine zweistündige Talk-Time-Spezial zum Thema "Zukunftsbilder für die Remscheider Alleestraße" statt. Chefredakteur Thorsten Kabitz begrüßte Fachdezernent Peter Heinze und Prof. Yasemin Utku vom Planungsbüro STADTGUUT im Studio und sprach mit Ihnen über die Aufgaben und Ziele der laufenden Rahmenplanung für die Remscheider Hauptgeschäftsstraße. Aufhänger für die Radiosendung ist die laufende Online-Beteiligung zur Bewertung möglicher Perspektiven für die Alleestraße.

Die beiden Fachleute erläuterten nicht nur Fragen, sondern kommentierten auch die Ideen und Meinungen von Anrufern. Ein Radiohörer sieht die Alleestraße als prädestinierten Standort für seniorengerechtes Wohnen. Diesem pflichtete Herr Heinze bei und stellte die Qualität der Alleestraße als innerstädtischen Wohnstandort aufgrund guter Anbindung und naher Versorgung heraus. Frau Prof. Utku ergänzte, dass die Alleestraße durch vielfältigere Nutzungen stabilisiert und zukunftsfähig gemacht werden könne. Auf die Frage, warum das nicht schon längst umgesetzt sei, antwortete Herr Heinze, dass die Stadt bei allem Engagement auch die privaten Akteure überzeugen müsse.

Ein anderer Anrufer verwies auf die bereits vorhandenen Wohnangebote für Senioren südlich der Alleestraße. Außerdem müsse es um ein ausgewogenes Wohnangebot für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen gehen. Senioren alleine würden nicht für eine lebendige Alleestraße sorgen können. Herr Heinze stellte klar, dass es nicht allein um Pflegeheime, sondern vielmehr um generationsübergreifende Wohnformen auch für aktive Senioren gehe.

Ein Anrufer sprach die unzureichend entwickelten Rückseiten der Gebäude an. Er erhielt Zustimmung von Frau Prof. Utku, indem sie auf die Bedeutung der atmosphärischen Wirkung der Rückseiten an den Zugängen zur Alleestraße für das Gesamterscheinungsbild der Einkaufsstraße hinwies. Hingegen sprach sie sich gegen eine baulich aufwendige Überdachung der Alleestraße aus. Gleichwohl müsse die Aufenthaltsqualität durch städtebauliche Aufwertung und neue Nutzungen gesteigert werden. Die vielfach vorhandene rückseitige Erreichbarkeit von Geschäftsräumen sei insbesondere eine Chance für Kleinhandwerk und urbane Produktion mit Werksverkauf und Showrooms an der Alleestraße.

Die Sendung zum Nachhören gibt es hier.